Michael Pohl


Thomas Schäfer

Nur kein Stress!

Jeden Tag hunderte von Kilometern abreißen, jede Kurve auf der letzten Rille kratzen und trotzdem den Anschluss an den Vordermann verlieren? Abends vollkommen erledigt sein, und nur noch den Wunsch auf Schlaf haben? Bei uns müssen die Gäste nichts beweisen!

Wir bieten die etwas anderen Motorradreisen an. Unsere Tagesetappen sind etwas kürzer und wir machen häufiger mal eine Pause. Wir nehmen uns Zeit, lassen die Seele baumeln und das Erlebte auf uns wirken.

Wir wollen unseren Gästen auf ihrer Urlaubsreise ermöglichen, die Landschaft wie einen großen Kinofilm auf dem Motorrad zu genießen und Eindrücke von Land und Leuten zu sammeln. In den Pausen kann man sich dann in der Gruppe darüber austauschen.

Uns ist es wichtig, dass alle gesund und unversehrt von der Motorradreise wieder nach Hause zurückkehren.

Anfangs haben wir gedacht, dass wir mit unserer Idee im Wesentlichen die älteren Zielgruppen ansprechen. Daher kommt auch der Firmenname Youngtimer-Motorradreisen. Nicht die Motorräder sind die Youngtimer, sondern die Gäste. Tatsache ist es jedoch, dass ein nicht unbeträchtlicher Teil unserer Gäste die 50 noch nicht erreicht hat.

Wir, die Menschen die hinter Youngtimer-Motorradreisen stehen, beide Jahrgang 1957, sind noch immer vom Motorradbazillus befallen und haben auch privat viele Motorradfreunde unterschiedlichen Alters.

Bei der Altersgruppe 50 Plus gibt es im Wesentlichen zwei Gruppen von Motorradfahrern:
Die erste Gruppe sind die Früheinsteiger. Klasse 4 mit sechzehn, mit den 50ern die Gegend unsicher gemacht. Klasse 1 mit achtzehn und dann was Größeres wie DKW, Max, Horex oder schon eine Japanerin. Es wurde auch gereist auf zwei Rädern mit dem Zelt hintendrauf. Irgendwann kamen die Kinder und das Motorrad spielte nur noch eine untergeordnete Rolle. Was blieb, war der Bazillus, der sich zuverlässig jedes Jahr an dem ersten sonnigen Märzwochenende wieder meldet. Und sobald die Kinder größer sind, lässt man diesem Bazillus freie Bahn und steigt wieder richtig ein.

Die zweite Gruppe sind die Spätberufenen. Mit achtzehn den Autoführerschein gemacht und dann das erste gebrauchte Auto gekauft für die Fahrt zur Arbeit oder Uni. Für manche ein wichtiger Aspekt war auch, dass man ein ruhiges Plätzchen mit der Freundin hatte.

Die Führerscheinreform 1996 sorgte für einen Boom in der Branche. Alle, die älter als Jahrgang 1962 waren, durften ab sofort 125er Leichtkrafträder mit ihrem Autoführerschein bewegen. Mit den 125ern kam der Appetit auf etwas Größeres und so haben viele dieser Altersklasse noch mal die Schulbank einer Fahrschule gedrückt. Und irgendwann steht dann das erste "richtige" Motorrad in der Garage.

Sowohl die Früheinsteiger als auch die Spätberufenen suchen den Kontakt zu Gleichgesinnten, denn in der Gruppe macht das Motorradfahren erst richtig Spaß. Und wo findet man schneller Anschluss als auf einer Reise in einer kleinen Gruppe von Leuten, die diese Leidenschaft teilen.